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| Juli 2010: Ein gefährliches Gefühl Mai 2010: Journalismus in der Gefahrenzone April 2010: Tödliche Länder für Journalisten Februar 2010: Unter Feuer - Journalismus in Somalia Dezember 2009:
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Neuanfang Während der Hochzeiten des Kosovo-Krieges galt ein offizieller Kulturboykott gegenüber Serbien. Das ganze Land, einschließlich seiner Intellektuellen und Schriftsteller sollte für die aggressive Politik des Herrn Milosevic‘ und seiner Generäle büssen. Das politische Mittel eines Boykotts mag für militärstrategische Produkte sinnvoll sein. Kulturpolitisch aber ist ein erzwungener Abbruch des freien Ideenaustausches sehr fragwürdig. Werden doch so immer auch die oppositionellen Stimmen, die es gerade in Diktaturen besonders schwer haben, sich Gehör zu verschaffen, noch zusätzlich für ihr mutiges Engagement bestraft. Der Münchener Verein „Journalisten helfen Journalisten“ hat deshalb zu keinem Zeitpunkt seine langjährigen und vertrauensvollen Kontakte auch zu serbischen Journalisten und Schriftsteller unterbrochen. Ein typisches Beispiel hierfür ist der Fall des serbischen Schriftstellers Dragan Velikic‘. Ein mit dem Verein befreundeter kroatischer Verleger hatte uns während des NATO-Bombardements auf serbische Ziele den Namen von Dragan Velikic‘ genannt. Mit ihm habe er immer auch heftig gestritten über die serbische Politik, aber Velikic‘ sei zu keinem Zeitpunkt ein Parteigänger von Milosevic‘ gewesen. Man solle ihn doch unbedingt unterstützen, da es ihm als glaubwürdigen Oppositionellen zum damaligen Zeitpunkt nicht sehr gut gegangen sei. Ihr müßt ihn unterstützen, weil er ein integrer Mensch und ein außergewöhnlich guter Schriftsteller sei, wurde uns mitgeteilt. Velikic‘ war bereits aus Serbien zunächst nach Budapest, später dann nach Deutschland geflüchtet. Über diverse Kanäle konnten wir dann Solidaritätsspenden an ihn weiterleiten. Unterstützt auch von anderen deutschen Stellen, zum Beispiel der Heinrich-Böll-Stiftung und der Landeshauptstadt München konnte Velikic‘ dann in verschiedenen deutschen Orten an seinen literarischen und journalistischen Projekten weiterarbeiten. Sein Roman „Dante-Platz“ (erschienen im Wieser-Verlag, Klagenfurt) wurde von der deutschsprachigen Literaturkritik so sehr gelobt, dass es sogar im ‚Literarischen Quartett‘ vorgestellt wurde. Die journalistischen Arbeiten von Velikic‘ erschienen nach und nach an sehr prominenter Stelle unter anderem in den Feuilletons der FAZ und der FR. Nachdem Dragan Velikic‘ im vergangenen Jahr einen neuen Roman über das leben seines Vaters fertigstellen konnte, ist er jetzt wieder in das demokratische Serbien zurückgekehrt. Er will in Belgrad weiter als freier Journalist und Schriftsteller arbeiten, um mit seinen Mitteln die noch schwache Demokratie dieses Landes zu stärken. Damit Velikic‘ eine hohen Nachzahlung an die Rentenversicherung für freie Journalisten begleichen kann, hat ihm der Verein „Journalisten helfen Journalisten“ jetzt die dafür benötigte Geldsumme zugesagt. Vielleicht ist es gerade in dieser Nachkriegszeit ganz besonders notwendig, mit allen Mitteln Einzelne und Organisationen in Serbien zu unterstützen, die mit dem geistigen, moralischen und wirtschaftlichen Schutt der Milosevic‘-Ära aufräumen wollen. Carl Wilhelm Macke
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