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| Juli 2010: Ein gefährliches Gefühl Mai 2010: Journalismus in der Gefahrenzone April 2010: Tödliche Länder für Journalisten Februar 2010: Unter Feuer - Journalismus in Somalia Dezember 2009: |
Im Schatten vom Tsunami In einem Leitartikel des Londoner „Economist“ über die Flutkatastrophe in Südostasien konnte man eine berechtigte Frage lesen. "Who noticed while millions were dying in Congo's wars?" Nicht die unendlichen Leiden der von der Tsunami-Flutkatastrophe getroffenen Menschen sollen damit relativiert werden. Auch kein kritisches Wort gegen die bewundernswerte und ermutigende weltweite Bereitschaft zu helfen, wo und wie immer auch es möglich ist. Die Globalisierung, bislang fast immer nur mit hohlen Worten gefeiert oder in dramatischen Untergangsszenarien verdammt, wurde angesichts des Seebebens im Indischen Ozean vielleicht zum ersten Mal als eine Realität wirklich wahrgenommen. Niemand kann sich ihr mehr entziehen. Aber waren und sind weiterhin die grellen Scheinwerfer der Aufmerksamkeit nicht zu sehr auf eine einzige, aktuell von einer gigantischen Katastrophe besonders betroffenen Region gerichtet? "Who noticed while millions were dying in Congo's wars?" Wer hat zum Beispiel die genau während der Tsunami-Katastrophe veröffentlichten Berichte verschiedener Menschenrechts- und No-Government-Organisationen über das für Journalisten blutigste Jahr seit langem zur Kenntnis genommen? Die "Reporter ohne Grenzen" sprechen in ihrer Ende 2004 veröffentlichten Pressemitteilung von dem "tödlichsten Jahr für Journalisten seit einem Jahrzehnt"... Im vergangenen Jahr sind mindestens 53 Journalistinnen und Journalisten während oder wegen ihrer Arbeit ums Leben gekommen. Dies sind die höchsten Zahlen seit 1995; damals starben 64 Journalisten, 22 allein im algerischen Bürgerkrieg. Weiterhin hat Reporter ohne Grenzen (ROG) 2004 15 getötete Medienmitarbeiter (Fahrer, Dolmetscher oder Stringer) gezählt... Weltweit sind derzeit 103 Journalisten sowie 70 Internet-Dissidenten hinter Gittern." Wenn auch mit wesentlich weniger Fällen als etwa die „Reporter ohne Grenzen“ konfrontiert, kann auch der Verein "Journalisten helfen Journalisten" eine ähnliche dramatische Tendenz belegen. Nie zuvor seit der inzwischen über zehnjährigen Existenz des Vereins haben wir so viele Anfragen und Hilferufe aus buchstäblich allen Weltwinkeln erhalten: Bangladesh, Ecuador, Kenia, Haiti, Serbien, Botswana, Zimbabwe. Ihnen in... jedem... Einzelfall gerecht zu werden, ist für JhJ nicht möglich. Dort, wo es keine verläßliche Möglichkeit gibt, den fast immer per e-mail geschilderten - Notfall zu verifizieren, kann auch keine Hilfe geleistet werden. Hier den um Hilfe bittenden, manchmal auch flehenden Kolleginnen und Kollegen, eine Absage mitzuteilen, fällt oft sehr schwer. Wir versuchen dann, eventuell andere Organisationen auf den Fall hinzuweisen, in dem zu intervenieren die JhJ-Vereinssatzung nicht zuläßt oder der die materiellen Möglichkeiten eines kleinen Hilfsvereins sprengt. Der Irak ist zum zweiten Jahr in Folge das gefährlichste Land der Welt für
Journalisten. Aus dem Irak, dem für Journalisten derzeit gefährlichsten Land
(2004 starben dort 19 Reporter und 12 Medienmitarbeiter) erreichte JhJ
jetzt ein ganz besonderer Hilferuf. Griechische Kollegen hatten die Athener
SZ-Korrespondentin über einen irakischen Kollegen informiert, der derzeit in
Athen lebt. Ihm mußte infolge Kriegseinwirkung ein Bein amputiert werden.
Nach erfolgter Amputation versuchen die mit JhJ
in Verbindung stehenden
griechischen Kolleginnen und Kollegen eine Prothese für ihn zu beschaffen. Carl Wilhelm Macke
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