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| Juli 2010: Ein gefährliches Gefühl Mai 2010: Journalismus in der Gefahrenzone April 2010: Tödliche Länder für Journalisten Februar 2010: Unter Feuer - Journalismus in Somalia Dezember 2009: |
Drei tote Journalisten ( medium 6/2003) In den letzten Wochen erhielten wir die Nachricht von dem Tod dreier Journalisten, die auf jeweils verschiedene Art mit dem Verein „Journalisten helfen Journalisten“ verbunden waren. Der bekannteste der Toten war Herbert Riehl-Heyse, der JhJ seit seiner Gründung als Mitglied angehörte. In den Nachrufen auf den vielleicht bekanntesten SZ-Journalisten der letzten Jahrzehnte wurden immer zwei Besonderheiten hervorgehoben. Riehl-Heyse war ein ganz ausgezeichneter, stilvollendeter Journalist, von dessen großen Reportagen und kleinen Feuilletons („Streiflicht“) man vieles für sein eigenes journalistisches Schreiben lernen konnte. Und er war, wie es sein Freund und SZ-Kollege Stefan Klein auf der Gedenkfeier in einer bewegenden Totenklage formulierte, der Chef des „Ressort Menschlichkeit“ bei der SZ. Herbert Riehl-Heyse hatte einen sehr hohen Anspruch an das journalistische Ethos, zu dem für ihn auch eine Kollegialität und Solidarität gehörte, auf die man sich immer verlassen konnte. „Journalisten helfen Journalisten“ war für ‚den Riehl‘ (so nannte man ihn nur in Kollegenkreisen) nicht nur ein Vereinsname, sondern ein vollkommene Selbstverständlichkeit im Berufsalltag. Einen ausführlicheren Nachruf auf Herbert Riehl-Heyse hat Karl-Otto Saur verfaßt, der auf der JhJ-Homepage (www.journalistenhelfen.org/Aktuell) nachzulesen ist. Unter den erschreckend vielen journalistischen Opfern des Irak-Krieges befand sich auch der Münchener Focus-Reporter Christian Liebig. Der Verein JhJ wurde vor genau zehn Jahren im Schatten der kriegerischen Konflikte auf dem Balkan gegründet. Wie groß die Gefahr ist, daß auch Journalistinnen und Journalisten bei der Ausübung ihres Berufes zu Opfern in Kriegen und gewalttätigen Auseinandersetzungen werden können, wissen wir – leider – allzu gut. Im Umgang mit den ‚blutigen Seiten‘ des Journalismus haben Organisationen wie JhJ oder „Reporter ohne Grenzen“ geradezu eine ‚traurige Professionalität‘ entwickelt. Entsprechend wird man dann auch immer anläßlich von Ereignissen wie jetzt dem Kriegsangriff auf Christian Liebig von den diversen Redaktionen als „Experte“ herangezogen. Ob es aus journalistischen Gründen vertretbar gewesen ist, sich wie Christian Liebig an dem Programm „Embedded Journalism“ der US-Streitkräfte zu beteiligen, war und ist unter Journalisten sehr umstritten. Gewiss aber gehörte Christian Liebig zu den vorsichtig agierenden Reportern, die sich sehr genau überlegen, wo sie bei der Ausübung ihres Berufes nicht mehr vertretbare existenzielle Risiken eingehen. Gerade deshalb ist er ja auch nicht mit nach Bagdad aufgebrochen. Eine vernünftige Entscheidung, die ihm aber tragischerweise das Leben gekostet hat. Carl Wilhelm Macke
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