Januar 2012:
Schweigen ist das schlimmste Verbrechen

Oktober 2011:
Gib dem Herrn und der Frau die Hand

September 2011:
In Gedenken an Egon Scotland

Juli 2011:
Angst ist keine Lösung

Juni 2011:
Auf eine Landmine getreten

Februar 2011:
Dem anderen entgegen

Januar 2011:
Gestorben in Gefängnishaft

Dezember 2010:
Gefüllte Benzinkanister
vor der Tür


November 2010:
Wir haben auch eine Verantwortung

Oktober 2010:
Gegen Steinigung und Korruption

September 2010:
Aus der Schusslinie

Juli 2010:
Ein gefährliches Gefühl

Mai 2010:
Journalismus in der Gefahrenzone

April 2010:
Tödliche Länder für Journalisten

Februar 2010:
Unter Feuer - Journalismus in Somalia

Dezember 2009:
Kein Held und kein Märtyrer

Oktober 2009:
Nach der Trauer die Ermutigung

März 2009:
Gefährlicher Einsatz

Mai 2008:
Mut zur Skepsis

November 2007:
Helft Milan!

Januar 2007:
Radio Eriwan und das Asylrecht

November 2006:
Die große Story

August 2006:
Stimme des "anderen Serbien"

April 2006:
Wo liegt Moldawien?

Februar 2006:
JhJ-Netzwerk - Was ist das?

November 2005:
Endlich Tränen der Freude

September 2005:
Wem es gut geht

Mai 2005:
Haiti cherie

Januar 2005:
Im Schatten vom Tsunami

November 2004:
Help me

September 2004:
Gift der Gewöhnung

Juli 2004:
Ein kubanischer Fall

April 2004:
Laudatio auf Dzevad Karahasan

November 2003:
Vergessen in der Freiheit

Oktober 2003:
Simpson´s World

Juni 2003:
Drei tote Journalisten

März 2003:
Befristetes Exil

November 2002:
Back to my profession

August 2002:
Drei Opfer

Juli 2002:
Ohne Schutz

April 2002:
Tödliche Recherchen

Dezember 2001:
Fern auf dem Balkan

März 2001:
Badache

Februar 2001:
Neuanfang

Journalismus in der Gefahrenzone


Karen Fischer in Afghanistan

2006 wurden die DW-Reporterin Karen Fischer und ihr Lebensgefährte Christian Struwe in Afghanistan erschossen. Fischers ehemalige Universität in Boston widmet ihr nun eine Vorlesungsreihe über Krisenjournalismus.

Sie sei eine Ausnahmeerscheinung gewesen, fachlich wie menschlich – und ihr Verlust immer noch ein herber Schlag für alle, die sie am Institut gekannt hätten. So charakterisierte Laurel Leff, Professorin an der School of Journalism, ihre ehemalige Schülerin. Karen Fischer sei bei ihren Kommilitonen und Professoren wegen ihrer aussergewöhnlichen Lern- und Leistungs­fähig­keit und ihres Charmes überaus beliebt gewesen. Leff war es denn auch, auf deren Initiative hin die "Karen Fischer Memorial Lecture" ins Leben gerufen wurde. Die Vorlesungsreihe soll Nachwuchs­journalisten in die Bericht­erstattung über eine Realität einführen, in der es nicht nur für Kombattanten und Zivilisten, sondern auch für Journalisten oft um die nackte Haut geht.

Ein Mann, ein Jahr, 20 Kriege

Wie harsch die Realität für Journa­listen aus­sieht, die mehr wollen, als am Schreib­tisch zu organisieren und zu analysieren, machte Kevin Sites deutlich. Er ist Autor des Buchs: "In the Hot Zone: One Man, One Year, Twenty Wars" – "Unter Feuer: Ein Mann, ein Jahr, 20 Kriege". Dieses Buch entstand aus der Erfahrung von einem Jahr Bericht­erstattung über Kon­flikte weltweit. Es fasst die Reportagen zusammen, die Sites für den Inter­net­anbieter Yahoo machte. Sites bloggte von seinen Reisen und wurde so zu einer Celebrity-Grösse für die Internet-Community.

Doch den "Scoop", die Geschichte, die ihn inter­national bekannt machte, landete Sites früher. Anders als Karen Fischer, die Abhängigkeiten jeglicher Art ablehnte, arbeitete er im Irak­krieg "embedded" - also unter teilweiser Kontrolle durch die amerikanischen Streit­kräfte. Als "Rucksack-Reporter", ausgerüstet mit Video- Equipment, Laptop und falt­barer Satelliten-Schüssel, dokumentierte er im Irak bei der Schlacht um Fallujah mit seiner Video-Kamera die Exekution eines schwer ver­wundeten und verteidigungs­unfähigen irakischen Soldaten durch einen GI. Die Bilder gingen um den Globus. Welt­weit wurde sein Video ungekürzt aus­gestrahlt - nur mit seinem damaligen Sender NBC hatte Sites eine teil­weise Selbst­zensur verein­bart, wohl wegen der Furcht vor Rache­akten von irakischer Seite. Das aller­dings sei ein Fehler gewesen, sagt Sites heute.

Zerstörte Leben


Christian Struwe in Kabul

Kevin Sites ist ein Reporter, der mit seiner Video-Kamera stehenbleibt, um zu dokumentieren, wenn sich alle anderen in den Schützen­graben werfen. Jetzt will er die Kollateral­schäden zum Thema machen: die zivilen Opfer und Soldaten, deren Leben der Krieg zer­stört. Bald wird er aus Afghanistan berichten – vielleicht wieder embedded und zuver­sichtlich, nicht irgendwo am Weges­rand zu enden wie die DW-Reporterin Karen Fischer.

Autor: Hans Jürgen Mayer
Redaktion: Mathias Bölinger
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