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| Juli 2010: Ein gefährliches Gefühl Mai 2010: Journalismus in der Gefahrenzone April 2010: Tödliche Länder für Journalisten Februar 2010: Unter Feuer - Journalismus in Somalia Dezember 2009: |
Back to my profession Tipu Sultan arbeitete als Lokalkorrespondent für die unabhängige Presseagentur 'United News of Bangladesh in Feni, einer Stadt im Südosten des Landes. Am 25. Januar 2002 wurde er von maskierten Männern entführt und von ihnen mit Macheten und Brettern übel malträtiert. Die Polizisten, die den bewußtlosen Journalisten entdeckten, registrierten mehrfache Knochenbrüche, Muskelquetschungen und Risse, schwerste Verwundungen an der Haut. Ohne komplizierte Operationen im Ausland, das war allen, die ihn in diesem Zustand sahen, wird Tipu Sultan nie mehr seine Beine und Arme benutzen können. Der deutsche Botschafter in Bangladesch und zwei unabhängige Zeitungen des Landes bemühten sich, die Kosten für die Operationen zu sammeln. Allein hätte Tipu Sultan die Kosten von ca. 40 000 Euro niemals aufbringen können. Über die Informationskanäle von "Reporters sans Frontiers" hatte auch der Münchener Verein "Journalisten helfen Journalisten" von dem Schicksal des Kollegen aus Bangladesh erfahren und ihm 1000,-€ als Hilfe überwiesen. Ein lächerlicher Betrag, aber die finanziellen Ressourcen des Vereins lassen größere Spenden leider nicht zu. Jetzt, einige Monate später, hat die deutsche Sektion von "Reporters sans Frontieres" und der Münchener Verein "Journalisten helfen Journalisten" aus Bangladesh ein E-Mail erhalten, in dem sich Tipu Sultan für die Hilfe bedankt. Er könne jetzt wieder seinen Beruf als Journalist ausüben. Ohne die materielle und moralische Hilfe des Deutschen Botschafters, der 'Reporters sans Frontiers' und des Vereins "Journalisten helfen Journalisten" hätte er die Rückkehr in seinen Beruf nicht geschafft. Zeitgleich mit dem Dankesschreiben aus Bangladesh erfuhren wir, dass in Nepal Nawaraj "Basant" Sharma der Chefredakteur der unabhängigen Wochenzeitung Karnali Sandesh ermordet worden ist. Im kolumbianischen Medellin wurden Fernando Yera, Leiter des Radiosenders El Clarín, und Jorge Carvalho, ehemaliger Leiter des Radiosenders Todelar, bei einem Attentatsversuch schwer verletzt. Von den Philippinen wurde uns die Ermordung des Fernsehjournalisten und Zeitschriftenredakteurs Sonny Alcantara mitgeteilt. Wir registrieren weltweit eine Zunahme an Gewalt gegen Journalisten. Die Hilfsmöglichkeiten unseres Vereins für die betroffenen Kolleginnen und Kollegen sind leider sehr beschränkt. Aber von den Reaktionen der von uns unterstützten Journalisten in - von Deutschland aus gesehen - geografisch abseits gelegenen Regionen der Erde, wissen wir, wie wichtig jede Art von Öffentlichkeit, materielle und moralische Hilfe ist. Carl Wilhelm Macke
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