Juli 2010:
Ein gefährliches Gefühl

Mai 2010:
Journalismus in der Gefahrenzone

April 2010:
Tödliche Länder für Journalisten

Februar 2010:
Unter Feuer - Journalismus in Somalia

Dezember 2009:
Kein Held und kein Märtyrer

Oktober 2009:
Nach der Trauer die Ermutigung

März 2009:
Gefährlicher Einsatz

Mai 2008:
Mut zur Skepsis

November 2007:
Helft Milan!

Januar 2007:
Radio Eriwan und das Asylrecht

November 2006:
Die große Story

August 2006:
Stimme des "anderen Serbien"

April 2006:
Wo liegt Moldawien?

Februar 2006:
JhJ-Netzwerk - Was ist das?

November 2005:
Endlich Tränen der Freude

September 2005:
Wem es gut geht

Mai 2005:
Haiti cherie

Januar 2005:
Im Schatten vom Tsunami

November 2004:
Help me

September 2004:
Gift der Gewöhnung

Juli 2004:
Ein kubanischer Fall

April 2004:
Laudatio auf Dzevad Karahasan

November 2003:
Vergessen in der Freiheit

Oktober 2003:
Simpson´s World

Juni 2003:
Drei tote Journalisten

März 2003:
Befristetes Exil

November 2002:
Back to my profession

August 2002:
Drei Opfer

Juli 2002:
Ohne Schutz

April 2002:
Tödliche Recherchen

Dezember 2001:
Fern auf dem Balkan

März 2001:
Badache

Februar 2001:
Neuanfang

Back to my profession

Tipu Sultan arbeitete als Lokalkorrespondent für die unabhängige Presse­agentur 'United News of Bangladesh in Feni, einer Stadt im Südosten des Landes. Am 25. Januar 2002 wurde er von mas­kierten Männern ent­führt und von ihnen mit Macheten und Brettern übel mal­trätiert. Die Polizisten, die den bewußt­losen Journa­listen ent­deckten, regis­trierten mehr­fache Knochen­brüche, Muskel­quetschungen und Risse, schwerste Ver­wundungen an der Haut. Ohne kompli­zierte Opera­tionen im Aus­land, das war allen, die ihn in diesem Zu­stand sahen,  wird Tipu Sultan nie mehr seine Beine und Arme benutzen können. Der deutsche Bot­schafter in Bangla­desch und zwei unab­hängige Zei­tungen des Landes bemühten sich, die Kosten für die Opera­tionen zu sammeln. Allein hätte Tipu Sultan die Kosten von ca. 40 000 Euro niemals auf­bringen können. Über die Informations­kanäle von "Reporters sans Frontiers" hatte auch der Münchener Verein "Journa­listen helfen Journa­listen" von dem Schick­sal des Kollegen aus Bangla­desh er­fahren und ihm 1000,-€ als Hilfe über­wiesen. Ein lächer­licher Betrag, aber die finanziellen Res­sourcen des Vereins lassen größere Spenden leider nicht zu. Jetzt, einige Monate später, hat die deutsche Sektion von "Reporters sans Frontieres" und der Münchener Verein "Journa­listen helfen Journa­listen" aus Bangla­desh ein E-Mail erhalten, in dem sich Tipu Sultan für die Hilfe bedankt. Er könne jetzt wieder seinen Beruf als Journa­list aus­üben. Ohne die materielle und mora­lische Hilfe des Deutschen Bot­schafters, der 'Reporters sans Frontiers' und des Vereins "Journa­listen helfen Journa­listen" hätte er die Rück­kehr in seinen Beruf nicht geschafft. Zeit­gleich mit dem Dankes­schreiben aus Bangladesh er­fuhren wir, dass in Nepal Nawaraj "Basant" Sharma der Chef­redakteur der unab­hängigen Wochen­zeitung Karnali Sandesh er­mordet worden ist. Im kolumbianischen  Medellin wurden Fernando Yera, Leiter des Radio­senders El Clarín, und Jorge Carvalho, ehe­maliger Leiter des Radio­senders Todelar, bei einem Attentats­versuch schwer verletzt. Von den Philippinen wurde uns die Er­mordung des Fernseh­journa­listen und Zeit­schriften­redakteurs  Sonny Alcantara mit­geteilt. Wir regis­trieren welt­weit eine Zu­nahme an Gewalt gegen Jour­na­listen. Die Hilfs­möglich­keiten unseres Vereins für die be­troffenen Kolleginnen und Kollegen sind leider sehr beschränkt. Aber von den Reaktionen der von uns unterstützten Journa­listen in  - von Deutsch­land aus gesehen -  geo­grafisch ab­seits gele­genen Regionen der Erde, wissen wir, wie wichtig jede Art von Öffent­lich­keit, materielle und moralische Hilfe ist.

Carl Wilhelm Macke