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Januar 2012: Schweigen ist das schlimmste Verbrechen Oktober 2011: Gib dem Herrn und der Frau die Hand September 2011: In Gedenken an Egon Scotland Juli 2011: Angst ist keine Lösung Juni 2011: Auf eine Landmine getreten Februar 2011: Dem anderen entgegen Januar 2011: Gestorben in Gefängnishaft Dezember 2010: Gefüllte Benzinkanister vor der Tür November 2010: Wir haben auch eine Verantwortung Oktober 2010: Gegen Steinigung und Korruption September 2010: Aus der Schusslinie Juli 2010: Ein gefährliches Gefühl Mai 2010: Journalismus in der Gefahrenzone April 2010: Tödliche Länder für Journalisten Februar 2010: Unter Feuer - Journalismus in Somalia Dezember 2009: |
Vergessen in der Freiheit Hand
aufs Herz wer kennt schon einen albanischen Journalisten? Auch nach den
radikalen politischen Veränderungen in den ehemals staatssozialistischen
Ländern Mittel-Osteuropas bleibt Albanien aus westeuropäischer
Sicht eine "Black Box". Ein abgeschriebenes Land irgendwo an
den ausfransenden Grenzen Europas. Und von den im Kosovo lebenden Albaner
hat man in Westeuropa nur während des Krieges etwas gehört.
"If it bleedes, it leads". Anders der Verein "Journalisten
helfen Journalisten", der schon früh Kontakte auch zu diesen
vergessenen Regionen im Südosten des Balkans besaß. Immer wieder
wurden in den letzten Jahren auf oft abenteuerlichen Wegen Unter-stützungsgelder
an Journalisten im Kosovo und in Albanien weitergeleitet. Auf einen aktueller
Fall hat uns der in Rom lebende, im bosnischen Mostar geborene Schriftsteller
und Mittelmeer-Kenner Predrag Matvejevic hingewiesen. Ob wir nicht einmal
mit einem heute im spanischen Barcelona lebenden albanischen Journalisten
Kontakt aufnehmen könnten. Sein Name sei Bashkim Shehu und es gehe
ihm weder gesundheitlich noch finanziell gut. So lernten wir den 1955
geborenen Schriftsteller und Journalisten Shehu kennen. Nach und nach
erfuhren wir mehr von seiner dramatischen Lebensgeschichte. Sein Vater
Mehmet Shehu war ein langjähriges Politbüro-Mitglied in der
alten albanischen KP des Edel-Stalinisten Enver Hoxha. 1981 geriet der
Vater in Ungnade bei der Hoxha-Familie. Er starb unter mehr als dubiosen
Umständen. Angeblich, so die offizielle Version, habe er sich selbst
umgebracht. Aber eine von der Parteileitung gedeckte und geförderte
Ermordung war die wahrscheinlichere Todesursache. Inhaftiert wurde auch
Bashkim Shehu. Zehn Jahre lang, bis nach dem Sturz des kommunistischen
Regimes, hat er dann in albanischen Gefängnissen verbracht.
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