![]() |
|||
![]() |
|||
| Juli 2010: Ein gefährliches Gefühl Mai 2010: Journalismus in der Gefahrenzone April 2010: Tödliche Länder für Journalisten Februar 2010: Unter Feuer - Journalismus in Somalia Dezember 2009: |
Help me IFEX - Vier Buchstaben, hinter denen sich eine Welt verbirgt. IFEX (International Freedom of Expression Exchange) verschickt jede Woche einen Newsletter, von dem man sich wünscht, er würde von möglichst vielen Journalisten weltweit gelesen. In diesem Newsletter (www.ifex.org) geht es nicht um Berufskarrieren, nicht um neue Medien-Kontakte, nicht um Presserabatte, nicht um technische Neuigkeiten für den professionellen Alltag. Und warum ist er dann trotzdem für Journalisten so wichtig? IFEX wurde 1992 im kanadischen Montreal mit der Unterstützung verschiedener Stiftungen gegründet. Ziel des in den letzten Jahren immer dichter gewordenen und heute von Toronto aus organisierten IFEX-Networks ist die weltweite Beobachtung der Presse- und Meinungsfreiheit. Wo immer sie verletzt wird, wo Medienmitarbeiter bei ihrer freien Berufsausübung gehindert werden, wo Journalisten im Rahmen ihres Arbeitsalltags getötet werden, versucht das IFEX-Network wenigstens eine schnell reagierende Öffentlichkeit herzustellen. Auf dem wöchentlichen Newsletter werden aber nicht nur einzelne Fälle vorgestellt. Man erfährt auch von Journalisten-Initiativen, die sich zur Verteidigung der Pressefreiheit zusammengeschlossen haben. Gruppen und Stiftungen werden bekannt gemacht, von denen verfolgte oder sich in existentielle Not befindliche Journalisten in dringenden Notfällen eventuell auch Unterstützung erwarten können. Im September 2004 war mit wenigen Zeilen auch der Verein "Journalisten helfen Journalisten" für eine Woche auf dem IFEX-Newsletter präsent - und umgehend wurden wir so mit Notsituationen von Journalisten konfrontiert, die in fast jedem Fall einer dringenden Hilfe bedürfen. Mails erreichten den Verein aus Nepal, Mexiko, Botswana, Haiti, Mauritius, Kenia, Bangladesh, Bolivien und der Elfenbeinküste. Allen zu helfen ist mit den beschränkten Mitteln von JhJ unmöglich. Auch müßte man in jedem Einzelfall mit Hilfe von Vertrauenspersonen die jeweiligen Anfragen auf ihre Seriösität überprüfen. Schließlich hat sich JhJ entschieden, in zwei zuverlässig bestätigten Notsituationen zu helfen. Ein Kollege aus Haiti, der vor den Unruhen in Port-au-Prince in die Dominikanische Republik geflüchtet war und von JhJ über den IFEX-Newsletter erfahren hatte, bekam eine Spende überwiesen. Und ein weiterer aus Tansania stammender Kollege, der zusammen mit Frau und drei Töchtern nach Kenia geflohen ist, erhielt ebenfalls eine einmalige Unterstützung für sich und seine Familie."... After being arrested, interrogated, tortured and detained without trial". Mit diesen sporadischen Hilfen ist man aber auch schon an die Grenzen der für einen so kleinen Verein wie JhJ möglichen Solidarität gestossen. Konfrontiert mit den in jeder Woche auf den Seiten des IFEX-Newsletter präsentierten weltweiten Notsituationen von Kolleginnen und Kollegen, könnte man leicht verzweifeln. Am besten, man bestellt diesen Newsletter ab, um sich gar nicht erst mit der Realität von Artikel 19 der Menschenrechtsdeklaration konfrontieren zu lassen. Aber ist das eine ernsthafte und moralisch vertretbare Haltung...? Dass die ebenfalls von JhJ unterstützte tunesische Journalistin Sehim Bensedrine den von IFEX verliehenen "Press Freedom Award 2004" zuerkannt bekommen hat, ist bereits eine Antwort. Carl Wilhelm Macke
|
||