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to my profession
Tipu
Sultan arbeitete als Lokalkorrespondent für die unabhängige
Presseagentur 'United News of Bangladesh' in Feni, einer Stadt im Südosten
des Landes. Am 25. Januar 2002 wurde er von maskierten Männern entführt
und von ihnen mit Macheten und Brettern übel malträtiert. Die
Polizisten, die den bewußtlosen Journalisten entdeckten, registrierten
mehrfache Knochen-brüche, Muskelquetschungen und Risse, schwerste
Verwundun-gen an der Haut. Ohne komplizierte Operationen im Ausland,
das war allen, die ihn in diesem Zustand sahen, wird Tipu Sultan nie mehr
seine Beine und Arme benutzen können. Der deutsche Botschafter in
Bangladesch und zwei unabhängige Zeitungen
des Landes bemühten sich, die Kosten für die Operationen zu
sammeln. Allein hätte Tipu Sultan die Kosten von ca. 40 000 Euro
niemals aufbringen können. Über die Informationskanäle
von "Reporters sans Frontiers" hatte auch der Münchener
Verein "Journalisten helfen Journalisten" von dem Schicksal
des Kollegen aus Bangladesh erfahren und ihm 1000,-€ als Hilfe überwiesen.
Ein lächerlicher Betrag, aber die finanziellen Ressourcen des Vereins
lassen größere Spenden leider nicht zu. Jetzt, einige Monate
später, hat die deutsche Sektion von "Reporters sans Frontieres"
und der Münchener Verein "Journalisten helfen Journalisten"
aus Bangladesh ein E-Mail erhalten, in dem sich Tipu Sultan für die
Hilfe bedankt. Er könne jetzt wieder seinen Beruf als Journalist
ausüben. Ohne die materielle und moralische Hilfe des Deutschen Botschafters,
der 'Reporters sans Frontiers' und des Vereins "Journalisten helfen
Journalisten" hätte er
die Rückkehr in seinen Beruf nicht geschafft. Zeitgleich mit dem
Dankesschreiben aus Bangladesh erfuhren wir, dass in Nepal Nawaraj "Basant"
Sharma der Chefredakteur der unabhängigen Wochenzeitung Karnali Sandesh
ermordet worden ist.
Im kolumbianischen Medellin wurden Fernando Yera, Leiter des Radiosenders
El Clarín, und Jorge Carvalho, ehemaliger Leiter
des Radiosenders Todelar, bei einem Attentatsversuch schwer verletzt.
Von den Philippinen wurde uns die Ermordung des Fernsehjournalisten und
Zeitschriftenredakteurs Sonny Alcantara mitgeteilt. Wir registrieren weltweit
eine Zunahme an Gewalt gegen Journalisten. Die Hilfsmöglichkeiten
unseres Vereins für die betroffenen Kolleginnen und Kollegen sind
leider sehr beschränkt. Aber von den Reaktionen der von uns unterstützten
Journalisten in - von Deutschland aus gesehen - geografisch abseits gelege-nen
Regionen der Erde, wissen wir, wie wichtig jede Art von Öffentlichkeit,
materielle und moralische Hilfe ist.
Carl
Wilhelm Macke
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