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August 2008:
Netzwerk der Helfer (pdf-Datei)
Oktober 2007:
Zum 100. Geburtstag von Varian Fry
August 2007:
Tunnelblick im Feuilleton (pdf)
Mai 2007:
Es herrscht Ruhe im Land
Januar 2007:
Zum Tod von Ryszard Kapuscinski
Oktober 2006:
Civil Globalisation
Juni 2006:
Erinnerung an Ilaria Alpi
Februar 2006:
Sie liebte ihr Land
November 2005:
Tränen der Freude (pdf-Datei)
März 2005:
Hilfeschreie (pdf-Datei)
Dezember 2004:
Eine verwüstete Landschaft
September 2004:
El veneno de la habituacion (pdf-Datei)
Pressemitteilung
Januar 2004:
Leipziger Medienpreis 2004
Dezember 2003:
Preis für Toleranz
August 2003:
Unabhängiger Journalismus im Irak
Juli 2003:
Der Krieg nach dem Krieg
April 2003:
Zum Tod von Herbert Riehl-Heyse
März 2003:
Gespräch mit Christiane Schlötzer-Scotland März 2003:
Zehn Jahre JhJ |
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Preis für Toleranz Biblisch gesprochen: es gibt eine Zeit zu klagen und eine Zeit zu tanzen. Wann es Zeit ist, zu klagen, muß man einem Verein wie ‚Journalisten helfen Journalisten‘ nicht erklären. Nach einer Übersicht der „Reporter ohne Grenzen‘ wurden im Jahr 2003 mindestens 31 Medienschaffende im Rahmen ihrer Berufsausübung getötet und fast zweihundert Publizisten für längere Zeit inhaftiert. Wenn man dann noch schwer eingrenzbare Zahl von Journalisten hinzurechnet, die, wie zum Beispiel in den Ländern des ehemaligen Jugoslawien, extremen materiellen Belastungen ausgesetzt sind, gibt es wahrlich genügend Gründe zum Klagen. Zum Tanzen animiert diese triste Realität jedenfalls nicht. Aber dann erhält man auch unerwartete Nachrichten, die für einen Moment das Klagen vergessen lassen.
Anläßlich der Leipziger Buchmesse verleiht der Freistaat Sachsen, die Stadt Leipzig und der Börsenverein des Deutschen Buchhandels einen Preis, mit dem ein Autor gewürdigt werden soll, der sich mit seinem Werk besondere Verdienste um die Verständigung zwischen den europäischen Völkern erworben hat. 2004, zum zehnjährigen Jubiläum des Preises, wird er dem bosnischen Autor Dzevad Karahasan zuerkannt. Mit ihm wird ein Werk geehrt, „in dem Poesie und Philosophie, Tradition und Moderne, Ost und West kunstvoll miteinander verwoben sind. In seinen Romanen und Essays wird das Fremde im Eigenen lebendig, erhebt die Macht der Imagination Einspruch gegen Gewalt, Krieg und Vertreibung.
Karahasans Werk steht in der besten Tradition der europäischen Aufklärung. Er setzt auf die zivilisierende Kraft der Toleranz, auf die Fähigkeit zum Dialog, auf den Widerstand des Wortes gegen die Barbarei. Als führender Schriftsteller Bosniens gelang Karahasan eine Synthese, die Tradition und Moderne sowie Abendland und islamische Welt vereint“ ( aus der Begründung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels). Seit den Tagen der Belagerung von Sarajewo Anfang der neunziger Jahre steht der Verein ‚Journalisten helfen Journalisten“ mit Karahasan in enger freundschaftlicher Verbindung. Zunächst hatten wir ihm nicht mehr im Handel erhältliche Farbbänder für seine uralte Schreibmaschine besorgt und durch Intervention beim Münchener Kulturamt eine Verlängerung seines Stiftungsaufenthalts in der ‚Villa Waldberta‘ am Starnberger See erreicht. Auch für die Absolvierung einen Deutsch-Kurses wurde ihm geholfen. Dann aber haben wir von ihm sehr viel gelernt. Zum Beispiel von seiner begnadeten orientalischen Erzählkunst. Von seinem großen Wissen sowohl über die christlichen wie der islamischen Kulturtradition. Für den Dialog auch zwischen Publizisten des Balkan und Westeuropas ist er zu einer ganz wichtigen Vertrauensperson geworden. „Wir sind nur frei“, heißt es an einer Stelle des letzten, ins Deutsche übersetzten Buches von Dzevad Karahasan, „ wenn wir die natürlich Selbstsucht überwinden und etwas aus Liebe zu einem anderen tun, aus dem Bedürfnis, einem Ideal zu folgen, wenn wir im allgemeinen Interesse arbeiten oder aus dem Bedürfnis nach Schönheit etwas tun, was der Vernunft unnütz erscheint.“
Für die alltägliche Arbeit eines Journalisten sind das vielleicht zu große und pathetische Worte. Aber wer wie Dzevad Karahasan und viele seiner bosnischen Kolleginnen und Kollegen das Inferno eines Krieges erlebt hat, weiß wie wertvoll und lebenserhaltend es ist, wenn man die ‚natürliche Selbstsucht‘ (auch als Journalist) überwindet. Dass Dzevad Karahasan den Toleranzpreis der Leipziger Buchmesse zuerkannt bekommen hat, läßt uns – jedenfalls für einen Augenblick – tanzen und lachen. Herzlichen Glückwunsch, Dzevad.
Carl Wilhelm Macke |
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