Mai 2009:
Mutig gegen Korruption und Mafia

August 2008:
Netzwerk der Helfer (pdf-Datei)

Oktober 2007:
Zum 100. Geburtstag von Varian Fry

August 2007:
Tunnelblick im Feuilleton (pdf)

Mai 2007:
Es herrscht Ruhe im Land

Januar 2007:
Zum Tod von Ryszard Kapuscinski

Oktober 2006:
Civil Globalisation

Juni 2006:
Erinnerung an Ilaria Alpi

Februar 2006:
Sie liebte ihr Land

November 2005:
Tränen der Freude (pdf-Datei)

März 2005:
Hilfeschreie (pdf-Datei)

Dezember 2004:
Eine verwüstete Landschaft

September 2004:
El veneno de la habituacion (pdf-Datei)

Pressemitteilung
Januar 2004:
Leipziger Medienpreis 2004

Dezember 2003:
Preis für Toleranz

August 2003:
Unabhängiger Journalismus im Irak

Juli 2003:
Der Krieg nach dem Krieg

April 2003:
Zum Tod von Herbert Riehl-Heyse

März 2003:
Gespräch mit Christiane Schlötzer-Scotland

März 2003:
Zehn Jahre JhJ

Mutig gegen Korruption und Mafia

JhJ schlägt einen mexikanischen und einen kroatischen Journalisten für den ‚Leipziger Medienpreis’ 2009 vor.

Mexiko ist zu einem neuen ‚Killing field’ für Journalisten geworden. In dem mittelamerikanischen Land herrscht seit Jahren, aber verstärkt in der letzten Zeit, ein gnadenloser Krieg der diversen Drogenmafias untereinander, die jede Form journalistischer Recherche in ihrem Umfeld mit Todes­drohungen zu unter­binden ver­suchen. Auch wagt sich kaum noch jemand, in dem Grau­bereich zwischen der organi­sierten Illegalität und den staat­lichen Insti­tutionen zu recher­chieren. Viele Journa­listen haben ihre Bericht­erstattung über diese Zustände bereits mit dem Leben be­zahlen müssen oder wurden, wie Emilio Gutièrrez ge­zwungen, das Land zu ver­lassen. Zwischen 2000 und 2008 sind mindestens 29 Todes­fälle von Journa­listinnen und Journa­listen bei der Aus­übung ihres Berufes ge­tötet wurde, dreizehn allein im letzten Jahr. Zudem sind 2008 acht Journa­listInnen ver­schwunden. Ins­besondere in den Bundes­staaten Oaxaca, Veracruz und Tamaulipas ist es 2008 zu vielen Gewalt­taten gegen Journa­listInnen ge­kommen. Mit einer Ver­leihung des Preises an Gutièrrez würden stell­vertretend viele andere mutige mexikanische Journa­listen ge­ehrt und es würde so auch die öffent­liche Auf­merk­sam­keit auf die­jenigen Jour­na­listen (nicht nur in Mexiko) gerichtet, die unter oft lebens­be­drohlichen Um­ständen ver­suchen, Licht in die Dunkel­zonen des welt­um­spannenden 'Drug Traffic' zu bringen.

In Kroatien ist die Situation für unabhängige Jour­na­listen noch nicht so explosiv und lebens­gefährlich wie in Mexiko, aber es mehren sich auch aus diesem Land dra­matische Nach­richten. Anfang der 90er Jahre wurden Journa­listen in Kroatien häufig an­ge­griffen, weil sie über Kriegs­ver­brechen re­cher­chierten, die von kroatischen Streit­kräften be­gangen worden waren, oder weil sie be­trügerischen Privati­sierungs­projekten auf die Spur gekommen waren. Seit Ende der 90er Jahre werden Journa­listen vor allem zur Ziel­scheibe, wenn sie versuchen, Korruption und orga­ni­siertes Ver­brechen auf­zu­decken. Bedroht werden Journa­listen und deren An­gehörige durch Droh­briefe, Einbrüche in Wohnungen und sehr häufig auch durch körper­liche Angriffe. Zu den seit Jahren mutigsten Journa­listen in Kroatien gehört Drago Hedl. Von einem Poli­tiker hat Hedl beispiels­weise die Drohung er­halten, er werde ihn „zu Staub und Asche ver­arbeiten“ wenn er weiter­hin in der Grau­zone zwischen Politik und organi­sierter Krimi­nali­tät re­cherchieren würde. Nach Aus­kunft von Journa­listen­verbänden setzen sich diese Drohungen und Über­griffe auf Journa­listen kontinu­ierlich fort. Der Staat und die staatlichen Insti­tutionen würden nichts dagegen unter­nehmen. Mit einer Preis­an­erkennung würde man die Arbeit von Journa­listen wie Drao Hedl würdigen und gleich­zeitig auch ein poli­tisches Zeichen im Prozeß der möglichen EU-Auf­nahme von Kroatien setzen. (März 2009/cwm)