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Mutig gegen Korruption und Mafia JhJ schlägt einen mexikanischen und einen kroatischen Journalisten für den ‚Leipziger Medienpreis’ 2009 vor. Mexiko ist zu einem neuen ‚Killing field’ für Journalisten geworden. In dem mittelamerikanischen Land herrscht seit Jahren, aber verstärkt in der letzten Zeit, ein gnadenloser Krieg der diversen Drogenmafias untereinander, die jede Form journalistischer Recherche in ihrem Umfeld mit Todesdrohungen zu unterbinden versuchen. Auch wagt sich kaum noch jemand, in dem Graubereich zwischen der organisierten Illegalität und den staatlichen Institutionen zu recherchieren. Viele Journalisten haben ihre Berichterstattung über diese Zustände bereits mit dem Leben bezahlen müssen oder wurden, wie Emilio Gutièrrez gezwungen, das Land zu verlassen. Zwischen 2000 und 2008 sind mindestens 29 Todesfälle von Journalistinnen und Journalisten bei der Ausübung ihres Berufes getötet wurde, dreizehn allein im letzten Jahr. Zudem sind 2008 acht JournalistInnen verschwunden. Insbesondere in den Bundesstaaten Oaxaca, Veracruz und Tamaulipas ist es 2008 zu vielen Gewalttaten gegen JournalistInnen gekommen. Mit einer Verleihung des Preises an Gutièrrez würden stellvertretend viele andere mutige mexikanische Journalisten geehrt und es würde so auch die öffentliche Aufmerksamkeit auf diejenigen Journalisten (nicht nur in Mexiko) gerichtet, die unter oft lebensbedrohlichen Umständen versuchen, Licht in die Dunkelzonen des weltumspannenden 'Drug Traffic' zu bringen. In Kroatien ist die Situation für unabhängige Journalisten noch nicht so explosiv und lebensgefährlich wie in Mexiko, aber es mehren sich auch aus diesem Land dramatische Nachrichten. Anfang der 90er Jahre wurden Journalisten in Kroatien häufig angegriffen, weil sie über Kriegsverbrechen recherchierten, die von kroatischen Streitkräften begangen worden waren, oder weil sie betrügerischen Privatisierungsprojekten auf die Spur gekommen waren. Seit Ende der 90er Jahre werden Journalisten vor allem zur Zielscheibe, wenn sie versuchen, Korruption und organisiertes Verbrechen aufzudecken. Bedroht werden Journalisten und deren Angehörige durch Drohbriefe, Einbrüche in Wohnungen und sehr häufig auch durch körperliche Angriffe. Zu den seit Jahren mutigsten Journalisten in Kroatien gehört Drago Hedl. Von einem Politiker hat Hedl beispielsweise die Drohung erhalten, er werde ihn „zu Staub und Asche verarbeiten“ wenn er weiterhin in der Grauzone zwischen Politik und organisierter Kriminalität recherchieren würde. Nach Auskunft von Journalistenverbänden setzen sich diese Drohungen und Übergriffe auf Journalisten kontinuierlich fort. Der Staat und die staatlichen Institutionen würden nichts dagegen unternehmen. Mit einer Preisanerkennung würde man die Arbeit von Journalisten wie Drao Hedl würdigen und gleichzeitig auch ein politisches Zeichen im Prozeß der möglichen EU-Aufnahme von Kroatien setzen. (März 2009/cwm) |
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