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Civil Globalisation Wohin der Reporter Daniel Pearl auch reiste, ob im Nahen Osten oder in Asien, stets hatte er nicht nur einen Laptop, sondern auch eine Violine dabei. Pearls Mörder interessierte nur, dass er Amerikaner war und in Pakistan mutmaßlichen Al-Qaida-Terroristen auf die Spur kommen wollte. Am 16. Mai 2002 wurde der enthauptete Leichnam des 38-Jährigen am Rand von Karatschi gefunden. Für den Mord an Pearl wurden im Juli 2002 vier Männer in Pakistan verurteilt. Einer von ihnen sagte, man habe den Reporter Pearl entführt und getötet. An den Reporter des Wall Street Journal, den glänzenden Musiker Pearl, erinnert seit vier Jahren eine Stiftung. Rund 1000 Konzerte in 60 Ländern hat sie bereits veranstaltet. Sie finden jeweils rund um den 10. Oktober, den Auch zum Gedenken an den im Alter von 36 Jahren beim Oktober-Putsch 1993 in Moskau getöteten irischen Kameramann Rory Peck, der auch für die ARD arbeitete, haben Familie und Freunde eine Stiftung gegründet. Der "Rory Peck Trust" lenkt weltweit den Blick auf die Probleme freiberuflicher Fernsehmitarbeiter, die in Kriegssituationen oft als erste im Feuer stehen. Aus dieser Erinnerung an getötete, während ihrer Arbeit schwerverletzte oder wegen ihrer Arbeit verfolgte Journalisten sind aber auch ermutigende Formen einer "Civil Globalisation" entstanden. Ein Beispiel von vielen: jüngst erhielt der Verein "Journalisten helfen Journalisten", der gegründet wurde in der Erinnerung an den 1991 in Kroatien getöteten SZ-Journalisten Egon Scotland, vom amerikanischen "Committee to protect Journalists" (CPJ) Informationen über eine derzeit in Deutschland lebende usbekische Journalistin. Galima Bukharbaeva musste ihr Land verlassen, nachdem sie wegen ihrer Berichterstattung über die extrem autoritäre Regierungspolitik existenziellen Bedrohungen ausgesetzt war. Sie hatte sich an das CPJ gewandt, um wenigstens einen Teil der Anwaltskosten für ein Asylverfahren in Deutschland erstattet zu bekommen. "Journalisten helfen Journalisten" hat ihr diese Hilfe zugesagt, die schließlich auch zur offiziellen Anerkennung als politischer Flüchtling in Deutschland führte. Einen wichtigen Platz in dieser "Civil Globalisation" auf dem Gebiet der Hilfen für gefährdete Journalisten und Publizisten nimmt auch die "Hamburger Stiftung für politisch Verfolgte" ein. Seit nunmehr zwanzig Jahren existiert diese offiziell vom Senat der Hansestadt Hamburg getragene Institution, in der für eine befristete Zeit Menschen als Gäste aufgenommen werden, die sich in ihren Ländern ganz besonders für den Erhalt der Menschenrechte exponiert haben. Dass in den letzten Jahren immer wieder russische und tschetschenische Journalisten zu den Stipendiaten der Hamburger Stiftung gehört haben, ist sicherlich kein Genau an dem Tag, als Anna Politkowskaja in Moskau getötet wurde, hat die inzwischen bekannteste journalistische Hilfsorganisation "Reporter ohne Grenzen" im französischen Bayeux ein Denkmal für die weltweit seit 1944 gewaltsam während oder wegen ihrer Arbeit getöteten 2000 Journalistinnen und Journalisten ein Denkmal enthüllt. Gedacht als Erinnerung, aber auch als Aufforderung, das globale Netzwerk zur Hilfe von existenziell bedrohten Journalisten weiter zu festigen. Christiane Schlötzer/ Carl Wilhelm Macke |
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